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Iditarod - Diary
Eine Reise zum berühmten Iditarod-Schlittenhunderennen in Alaska
vom 26. Februar bis zum 28. März 2004

 

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    Artikel im Darmstädter Echo vom 13. April 2004
    Geschichte des Iditarod
    Vorbereitungen
    Reiseverlauf

 

  Rennbericht von Bernhard Schuchert

26.02.2004

  Hinflug nach Fairbanks

27.02.2004

  Ankunft in der Cabin von Heidi Jenkins

27.02.2004

  Besuch bei Claudia und Frank Sihler

27.02.2004

  Iditarod Headquarter

29.02.2004

  Ankunft von Bernhard und Martin

01.03.2004

  Leben in der Cabin

05.03.2004

  Letzter Tag vor dem Rennen

05.03.2004

  Musher-Bankett

06.03.2004

  Start in Anchorage

07.03.2004

  Restart

08.03.2004

  Flug zum Checkpoint Fingerlake

09.03.2004

  Flug nach Mc Grath

12.03.2004

  Flug nach Unalakleet

16.03.2004

  Flug nach Nome

17.03.2004

  Flug nach Koyuk

19.03.2004

  Bernhard erreicht Nome um 12:04 Uhr

20.03.2004

  Golf auf der Beringsee

22.03.2004

  Abschluß-Bankett

25.03.2004

  Fahrt nach Fairbanks

26.03.2004

  Besuch bei Rick Swenson

27.03.2004

  Rückflug nach Frankfurt

 

Darmstädter Echo vom 13. April 2004

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Geschichte des Iditarod


Bei Wikipedia findet man dazu das Folgende:

Das Iditarod ist das längste Hundeschlittenrennen der Welt. Es führt über mehr als 1850 km durch die kaum berührte Natur von Alaska, USA. Seit 1973 wird auf Teilen der historischen Strecke des Iditarod Trails, von Anchorage nach Nome, alljährlich im März das Hunderennen ausgetragen. Der Start des Rennens findet jeweils am ersten Wochenende im März statt. Am Samstag ist der Zeremonie-Start in Anchorage. Dazu wird extra Schnee in die Innenstadt von Anchorage gebracht. Die Teams starten hier mit 12 Hunden und legen nur eine Strecke von etwas über 30 Kilometer zurück. Am Sonntag ist dann der offizielle Start des Rennens in Willow. Hier starten die Teams mit bis zu 16 Hunden. Während 8 bis 15 Tagen müssen die Musher praktisch auf sich allein gestellt mit ihren Hunden arktischen Temperaturen, dem Whiteout und eisigen Winden trotzen, der Windchill kann −70 °C deutlich unterschreiten.

Der aktuelle Streckenrekord von 8 Tagen, 3 Stunden, 40 Minuten und 13 Sekunden stammt vom März 2017 und wurde von Mitch Seavey aufgestellt. Dieser war mit 57 Jahren auch der älteste Gewinner in der Iditarod-Historie und gewann das Rennen bereits zum dritten Mal. Seavey profitierte bei seinem Rekord von einer geänderten Streckenführung; aufgrund von Schneemangel wurde der Start von Willow nach Fairbanks verlegt, dadurch führten längere Passagen über den flacheren Klondike anstatt über die Gebirgszüge der üblichen Strecke.

Von 2012 bis 2017 wurden alle (6) Rennen von Vater (Mitch) oder Sohn (Dallas) Seavey gewonnen.

Das heute rein sportliche Hundeschlittenrennen sollte in seiner ursprünglichen Ausrichtung ein ehrendes Gedenken an den historischen Iditarod Trail und die Männer und Hundeschlittengespanne, die ihn befuhren, sein.

Heute wird häufig eine Parallele zu der Hundeschlittenstaffel im Winter 1925 infolge einer Diphtherieepidemie in Nome gezogen. Damals wurde unter den dortigen Einwohnern, vorwiegend Goldsuchern, Diphtherie diagnostiziert, und es begann ein Wettlauf gegen die Zeit, um die benötigte Medizin von Anchorage nach Nome zu schaffen, zunächst von Anchorage auf

der damals einzigen Bahnlinie Alaskas in das 680 Kilometer entfernte Städtchen Nenana, dann weitere 1090 Kilometer über einige der härtesten und gefährlichsten Trails Alaskas bis nach Nome.

In einem Staffellauf transportierten insgesamt zwanzig Musher mit mehr als einhundert Hunden das Serum in nur fünfeinhalb Tagen bis an das Beringmeer. Die normale Fahrzeit betrug damals drei Wochen. Der Norweger Gunnar Kaasen und sein Leithund Balto erreichten am 2. Februar 1925 um 5.30 Uhr morgens die Front Street in Nome. Die meisten Musher sehen in Leonhard Seppala und seinem Leithund Togo die wahren Helden des Laufes. Die beiden bewältigten den gefährlichsten Abschnitt der Strecke und transportierten das Serum zudem über eine weitere Entfernung als alle anderen Teams.

International bekannt wurde das Rennen vor allem durch den Autor Gary Paulsen, der 1983 und 1985 daran teilnahm und seine Erfahrungen damit 1994 in einem Buch verarbeitete. Dieses wiederum diente als Vorlage für den Disney-Spielfilm Snowdogs – Acht Helden auf vier Pfoten (Snow Dogs, 2001).

Beim Iditarod 2013 versuchte Martin Buser erstmals die neue Taktik, mit möglichst wenig Pausen auszukommen. Dazu nahm er die Pflichtpausen so früh wie möglich, um die Konkurrenten in deren Pausen zu überholen. Er scheiterte damit auf dem Yukon-Abschnitt, als er und seine Hunde über hunderte Kilometer als Erste die Spur bilden mussten. Zudem war das Wetter relativ warm, so dass offene Wasserlöcher im Fluss waren und seine Hunde nicht nur erschöpft wurden, sondern vom getrunkenen Schmelzwasser Durchfall entwickelten.

Der Wettbewerb leidet unter Effekten der Globalen Erwärmung. Mike Williams, gewählter Vertreter der Yupik aus Akiak sagte 2013 vor einem Ausschuss des Kongress aus, dass die Hitze bei den letzten Rennen so groß war, dass die Musher nur noch nachts fahren wollten, um ihre Hunde nicht zu überfordern. Außerdem müssten sie die Route von den Flüssen weg verlegen, weil das Eis nicht mehr zuverlässig wäre.

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Vorbereitungen
Beim 500km-Rennen in Røros 2004 ("Femund500")  gaben 17 von 38 gestarteten Teilnehmer das Rennen auf, nur insgesamt 21 erreichten das Ziel in Røros. Bernhard hat das Femundlopet erfolgreich abgeschlossen. Zusammen mit Karsten Grønås und Jan Øystein Dervo kam er als 16. mit gerade noch 6 Hunden ins Ziel!  Aber die Qualifikation für das Iditarod war damit geschafft!

Heute (23.02.2004) kam die Nachricht von der Deutschen Lufthansa, dass das Frachtflugzeug Flug LH8384 am Donnerstag, den 26.2.2004, um 17:25 Uhr in Frankfurt abfliegt und um 16:20 Uhr in Fairbanks landet.

Nach dem letztem Training heute morgen (25.02.2004) steht das Rennteam jetzt fest: Mister, Fox, Alta, Fido, Meri, Mukkla, Mörkki-Mörkkisson, Tok, Sigmund, Stormy, Nokia, Mazé, Elrond, Legolas, Hobbit, Nero und Anderson fliegen mit nach Alaska!

Am Donnerstag, den 26. Februar 2004, startet das Frachtflugzeug von Frankfurt nach Fairbanks, an Bord 17 Hunde zusammen mit Carola und Georg. Bernhard und Martin fliegen am Samstag, 29.2. nach Anchorage, wo sich dann alle wieder zu den Rennvorbereitungen treffen.

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Reiseverlauf

Von Frankfurt flogen wir mit einer Lufthansa-Cargo-Maschine nach Fairbanks, wo uns Claudia und Frank Sihler mit einem großen Pickup und einem geräumigen Hunde-Anhänger erwarteten und uns nach Anchorage brachten. Unser "Basislager" in Alaska befand sich etwa zwei Autostunden nördlich von Anchorage in dem Örtchen Willow. Dort wohnten wir in einer liebevoll eingerichteten Hütte ("Cabin") bei Heidi und Ron Jenkins zunächst für 12 Tage bis zum Start und Restart. Dann flogen  wir  nach  Finger Lake,  McGrath, Unalakleet und Nome

und von da noch zum Checkpoint Koyuk und wieder zurück nach Nome. Dort warteten wir dann darauf, dass Bernhard in das Ziel fährt. Dann kehrten wir mit dem Flugzeug nach Anchorage zurück, und dann per Auto nochmals nach Willow, um dort wieder zu wohnen, bis es ein paar Tage später nach Fairbanks zur Familie Dolif, zur Iditarod-Legende Rick Swenson und  zum Rückflug nach Deutschland ging. Die Gesamtreisedauer betrug 31 Tage.

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Bericht von Bernhard Schuchert über das Iditarod-Rennen

 

Die Idee das Iditarod zu fahren schwebte mir schon länger im Kopf. Nach Diskussionen mit Kjetil Reitan, der das Yukon Quest und mehrfach das Iditarod gefahren war, entschied ich mich für das Iditarod.

Es gibt aus meiner Sicht zwei Gründe, die für das Iditarod sprechen. Einerseits beeindruckt das Landschaftserlebnis: Das Iditarod geht von Anchorage über die Alaska Range in das Innere Alaskas und über den Yukon wieder zur Küste. Andererseits reizt die Konkurrenz, denn hier trifft man nahezu alle Musher, die im Distanzbereich Rang und Namen haben.

Die Planung und Vorbereitung startete bereits im Frühjahr 2003.

Zuerst war es wichtig abzuschätzen, ob ich ein Team zusammenbekomme, das in der Lage ist in ca. 12 Tagen zu finishen. Durch die Zusage von Kjell Brennodden mir zwei Hunde zu leihen, konnten wir 20 Hunde ins Training nehmen. Das ist sicher an der untersten Grenze, da bei dem umfangreichen Training immer mit Verletzungen gerechnet werden muss. Der zweite entscheidende Teil der Vorbereitung war es, in der Firma den Urlaub für vier Wochen Alaska im März genehmigt zu bekommen.

Als oberste Regel für das Training galt es langsam zu fahren, um Verletzungen zu vermeiden, d.h. möglichst viel traben. Bis Mitte Dezember hatte ich etwa 1000 km Training mit dem Quad absolviert. Anfang Dezember fand das Rookie- Meeting in Alaska statt, an dem ich verpflichtet war teilzunehmen, und danach ging es nach Norwegen und Schweden zum Training auf Schnee.

Ab dem 15. Dezember konnte endlich mit dem Schneetraining in Norwegen begonnen werden, bei dem geplant war in verschiedenen Gebieten zu trainieren, um den Hunden eine gewisse Abwechslung zu bieten. Im Dezember trainierten Carola und ich die Hunde, wobei wir zwei Teams fuhren und 500 km auf Schnee zurücklegten.

Da ich Anfang Januar wieder arbeiten musste, ging es für mich zurück nach Deutschland, während Carola und Andreas Querengässer die Teams bei Karsten Grönas in Schweden trainierten. Sie absolvierten 1200 km mit dem Schlitten, was ohne die Unterstützung von Hans Trulsen, der für das leibliche Wohl sorgte und alle sonst anfallenden Arbeiten übernahm, nicht möglich gewesen wäre.

Das Iditarod-Trail-Committee verlangt zwei Qualifikationsrennen von zusammen mindestens 500 Meilen, die innerhalb der letzten zwei Winter gefahren werden müssen. Das Femund-500 km und das Finnmarkslopet-1000 km sind die einzigen vom Iditarod-Trail-Committee anerkannten Qualifikationsrennen in Europa. Das bedeutete für mich, vor dem Iditarod noch das Femund 500 zu absolvieren, um die Qualifikation zu erlangen.

Anfang Februar stand also diese Pflichtaufgabe auf dem Programm. Das Femund500 ist ein Distanzrennen über 550 km mit Start und Ziel in Röros und sollte nicht unterschätzt werden, wie sich in diesem Jahr wieder einmal deutlich zeigte. Von 38 Startern kamen nur 19 Teilnehmer ins Ziel. Hauptursache war dabei in diesem Jahr die extrem schnelle Strecke, die bei vielen Hunden zu Muskelsteifheit, Schulterverletzungen und Karpalgelenkverletzungen führte.

Ich fuhr dieses Rennen sehr vorsichtig und nahm jeden Hund bei den kleinsten Anzeichen einer Verletzung sofort aus dem Team, da ich alle Hunde für das Iditarod brauchte. Mit 6 Hunden ereichte ich nach 3 Tagen und 8 Stunden das Ziel in Röros; damit war die letzte Hürde für das Iditarod genommen.

Ende Februar, eine Woche vor dem Start, ging es dann endlich nach Alaska. Carola flog mit den Hunden nach Fairbanks, wo sie von Frank Sihler abgeholt und nach Willow gefahren wurde. Dort hatten wir eine schöne Hütte mit direktem Zugang zum Trailsystem gemietet, das wir auch gleich nutzten, um die Hunde zu trainieren.

 

Den Vetcheck für unser Team hatten wir bereits zu Hause erledigt, so dass wir mit den Hunden nur zu EKG und Blutprobe mussten. Alle Hunde bestanden ohne Probleme die letzte Prüfung vor dem Start. Vermutlich infizierten sich unsere Hunde aber bei dieser Untersuchung, denn die meisten Hunde erkrankten danach an Durchfall. Unser jüngster Hund Elrond magerte dabei so ab, dass er nicht am Rennen teilnehmen konnte.

Der Start in Anchorage ist für mitteleuropäische Musher ein besonderes Erlebnis. So ist beispielsweise vorgeschrieben, einen Passagier im Schlitten mitzunehmen und einen Beifahrer auf dem Schlitten zu haben. Die Versteigerung der Passagierplätze brachte dem Iditarod dieses Jahr 138000,- USD an Einnahmen. Die Strecke verläuft anfangs auf einer vierspurigen Straße, um danach auf den Tudor Track überzugehen, der berühmten Sprintstrecke für das Four Rendezvous. Dieser erste Teil von ca. 20 km gleicht mehr einem Volksfest denn einem Schlittenhunderennen. An der gesamten Strecke stehen Zuschauer, welche die Teams anfeuern und Muffins und ähnliches Gebäck verteilen.

Am Sonntag, dem 7. März, war es dann soweit, der Start in Willow war bestens vorbereitet. Wir bekamen unseren Platz für das Auto zugewiesen und begannen sofort damit den Schlitten zu packen. Ich bekam von Kjetil Backen noch eine Hündin für mein Team. Da diese Hündin letztes Jahr für Robert Sörlie gelaufen war, hatte ich wenig Bedenken sie in das bereits bestehende Team zu integrieren.

Die Strecke verlief über Yentna nach Skwentna Roadhouse nur auf dem Fluss, sie war gesäumt von Schneemobilfahrern, die den Gespannen zuschauten und Grillpartys veranstalteten. Ich versuchte das Team hier schon auf einen gleichmäßigen Trab einzustellen und auf keinen Fall zu schnell zu fahren. In Skwentna war der Checkpoint voll von Teams und auch im Schlafraum für die Musher herrschte ein Gedränge und Kommen und Gehen, so dass ich bald wieder in Richtung Fingerlake aufbrach.

 


Bernhard beim Verlassen des Checkpoints Fingerlake

Fingerlake ist einer der schönsten Checkpoints des Iditarod. Der Blick auf die Alaska Range ist grandios. Morgens um kurz vor sieben Uhr erreichte ich Fingerlake und begann sofort mit der üblichen Checkpointroutine: Zuerst sind die Booties auszuziehen und die Hunde zu snacken, danach werden die Tiere mit Stroh versorgt.. Nachdem der Kocher angeworfen ist, bekommen alle Hunden ihre Dog-blankets angezogen.

Parallel dazu wird das komplette Team von den Tierärzten durchgecheckt und jede kleine Verletzung im Vetbuch festgehalten, damit die Kollegen im nächsten Checkpoint wissen, was bei den einzelnen Hunde beobachtet wurde.

Das Vetbuch ist Teil der Pflichtausrüstung und muss in jedem Checkpoint vorgezeigt werden. Die verantwortlichen Tierärzte kommen dabei aus der ganzen Welt zum Iditarod, selbst aus Australien und Neuseeland.

 

Nach Fingerlake beginnen die berühmt berüchtigten Happy River Steps, das ist eine Serie von insgesamt drei Steilabfahrten, die mit dem schweren Schlitten und 16 Hunden eine echte sportliche Herausforderung sind. Als ich am Abend zum Rainy Pass kam, musste ich leider feststellen, dass Alta, eine meiner besten Hündinnen, sich eine Schulterverletzung zugezogen hatte. Damit schrumpfte mein Team auf 15 Hunde, jedoch immer noch mehr als genug für die Abfahrt vom Rainy Pass nach Rohn. Entgegen allen Empfehlungen fuhr ich diesen Abschnitt in der Nacht und die „Dalzell Gorge“ machte ihrem berüchtigten Namen alle Ehre. Die Schwierigkeiten begannen, als ich vor einer Steilabfahrt ankern musste, weil sich am Ende der Steilabfahrt drei Teams ineinander verwickelt hatten. Immer wenn ich den guten Schneeanker von Bernd Weschle ein wenig gelockert hatte, zog das Team wieder an und der Anker hatte sich wieder festgezogen und das Spiel begann von neuem. Endlich gelang es mir den Anker zu lösen, jedoch war ich kurz danach wieder gezwungen anzuhalten, weil ein vorausfahrendes Team in einem Eiskanal wenden musste. Der Trail ist hier in den Wald und Busch hineingeschlagen und so eng, dass ein Überholen nicht möglich ist. Nach einigen Stürzen, bei denen ich sehr froh war, dass mein Team das Kommando zum Anhalten beherrschte, erreichten wir das Ende der Schlucht. Jetzt war nur noch ein knietiefer Overflow zu überwinden und wir waren in Rohn angelangt.

Da mich Frank Sihler vorgewarnt hatte, nicht mit einem ausgeruhten Team aus Rohn herauszufahren, wechselte ich nur die Booties, fütterte die Hunde und war nach einer guten Stunde wieder auf dem Trail. Nach einer Strecke von ca. 5 – 6 km mit blankem Eis, Geröll und gefrorener Erde lag allmählich wieder etwas Schnee auf dem Trail. Die nächste Überraschung kam dann in Form eines toten Elches, der quer auf dem Trail lag. Da rechts und links der Wald zu dicht stand um auszuweichen, blieb nur die Möglichkeit direkt über den Elch zu fahren, und die Hunde taten dies ohne Probleme.

Der Buffalo Tunnel und der Burn waren dieses Jahr ohne Probleme zu befahren und nach einer Zwischenrast erreichte ich abends Nikolai. Hier bekam ich die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Dorfbewohner im inneren Alaskas zum ersten Mal hautnah mit. Mir wurde ein Platz für mein Team zugewiesen und sofort wurde ich von Kindern nach Name und Startnummer gefragt. Sie brachten mir meine Checkpointsäcke sowie Brennstoff für den Kocher und Stroh für die Hunde. Ein Service, der sich noch in einigen Dörfern wiederholen sollte. Nach dem die Hunde versorgt waren, wurde mir in der Turnhalle ein Essen serviert und nach einigen Stunden Schlaf ging es früh am Morgen weiter nach McGrath.

 

In McGrath hatte ich meine 24 Stunden-Pause eingeplant. Hier hatten die Organisatoren des Checkpoints für alle Musher, die länger rasteten, durch Schneewälle geschützte Plätze für die Hundeteams angelegt. Während der 24 Stunden-Pause müssen die Hunde regelmäßig gefüttert werden und man geht mit allen Hunden mehrmals spazieren, damit die Muskulatur locker bleibt. Meine 24 Stunden endeten am frühen Nachmittag um 14 Uhr. Es war jedoch mit Temperaturen über Null Grad zu warm um weiterzufahren. Der Checker, ein Mann mit viel Rennerfahrung, riet mir dringend bis zum kühleren Abend zu warten. Ich genoss noch einige Stunden in der Sonne und fuhr dann gegen 18:00 Uhr weiter über Takotna nach Ophir. Leider musste ich Nero, meinen Leihhund von Kjell Brennodden, zurücklassen, da sich sein Wristproblem auch nach der langen Pause nicht gebessert hatte.

Der Weg von Ophir nach Cripple ist mit 140 km einer der längsten Abschnitte zwischen zwei Checkpoints. Ich hatte daher eine Zwischenrast eingeplant und brauchte insgesamt 17 Stunden bis Cripple. Dieser Checkpoint ist eine Zeltstadt, welche an einer Stelle aufgebaut ist, an der man gut mit Flugzeugen landen kann. Selbst das Wasser für die Hunde wird hier normalerweise aus McGrath eingeflogen. Da jedoch McGrath selbst Probleme mit der Wasserversorgung hatte, mussten wir Musher Schnee für die Hunde und uns

schmelzen. Nach einem kurzen Nickerchen in einem der geheizten Zelte ging es weiter nach Ruby an den Yukon.

Etwa 40 Kilometer vor Ruby kommt man auf eine alte Straße, die eine verlassene Bergbausiedlung mit Ruby verbindet. Als ich diese Ghosttown nachts passierte, schaute aus einer der verfallenen Hütten ein alter Mann aus dem Fenster. Erst nach näherem Hinsehen mit der Stirnlampe sah ich, dass es eine Attrappe war, die irgendein Spaßvogel in das Fenster gesetzt hatte. 

Am frühen Abend erreichte ich Ruby und genoss die letzten Sonnenstrahlen auf dem Yukon. Etwas über die Hälfte des Rennens war geschafft und ich hatte noch immer 14 Hunde im Team. Bedingt durch das nach wie vor warme Wetter wollte ich auf dem Yukon immer zwei Checkpoints in einer Nacht durchfahren und möglichst von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr Pause machen. Das Team lief einen Schnitt von ca. 15 km auf dem Fluss, so dass sich die Zeiten zwischen den Checkpoints genau planen ließen. In Galena erklärte ich meine 8 Stunden- Pause, die an einem der Checkpoints am Yukon genommen werden muss. Leider musste ich hier Anderson und Tok aus dem Team nehmen, da beide das Tempo nicht mehr mithalten konnten. Über Nulato ging es dann weiter nach Kaltag, dem letzten Checkpoint vor der Küste.

 

Ankunft eines Mushers mit seinem Hundeteam im Checkpoint Unalakleet.

Die Strecke von Kaltag nach Unalakleet ist mit knapp 140 km recht lang, um sie ohne Pause durchzufahren. Es gibt jedoch nach jeweils 45 km zwei Hütten, die Tripod Flat Cabin und die Old Woman Cabin, die zum Rasten einladen. Als ich die Old Woman Cabin erreichte, war der Platz vor der Hütte schon voll mit rastenden Teams, ich gab daher meinen Hunden nur einige Snacks und fuhr weiter nach Unalakleet. Das erste Dorf an der Küste liegt völlig dem Wind ausgesetzt auf einer Landzunge am Meer. Glücklicherweise war es völlig windstill, als ich in Unalakleet rastete, so dass die Hunde sich gut von der langen Etappe erholen konnten. Von hier waren es nur noch etwas mehr als 400 km bis Nome. 

Der Weg nach Shaktoolik verlief zuerst entlang der Küste, dann ein Stück über die Blueberry Hills und am Schluss wieder völlig ausgesetzt an der Küste. In Shaktoolik hatte der Wind stark zugenommen und ein Eskimofrau kam und bot mir zusätzliche Decken für die Hunde an, die ich gerne annahm. Nach dem Versorgen der Hunde saß ich in der Checkpoint Cabin zusammen mit Palmer Sagoonik und zwei weiteren älteren Eskimos und hörte den Geschichten von früheren Rennen zu.

 


Bernhard kommt über den zugefrorenen Norton Sound nach Koyuk

Die nächste Etappe von Shaktoolik nach Koyuk verläuft über den legendären Norton Sound und ist extrem hart für die Leader, die 70 km über das zugefrorene Meer laufen müssen ohne irgendwelche Orientierungspunkte oder Abwechslung zu haben. Hier mussten schon einige Teams aufgeben, da die Hunde einfach stoppten und nicht mehr weiterliefen. Nicht umsonst sprechen die Musher in Alaska von sogenannten „Coast Leadern“.

Die Ansprüche, die bei einem Distanzrennen wie dem Iditarod an die Leader gestellt werden, sind extrem und man muss die Leader häufig wechseln, damit sie nicht überfordert werden. Das Wetter war ruhig und in Koyuk konnten die Hunde ihre wohlverdiente Rast in der Sonne absolvieren, bevor es abends weiter nach Elim ging.

Auf dem Weg nach Elim hatte ich bedingt durch die Übermüdung wieder Halluzinationen. Immer wieder sah ich mein Team in ein großes Loch fallen, und wenn ich dann erschrocken die Augen aufriss, trabten die Hunde in aller Ruhe vor dem Schlitten. Frank Sihler berichtete nach dem Rennen, dass er immer zahlreiche Welpen aus seinem Schlittensack klettern sah.

 

In Elim angekommen, schlief ich nach dem Versorgen der Hunde sofort ein. Rudy Indermühle war als Race Official in Elim und sagte mir, dass in der Regel, die Teams von Elim bis nach Nome noch genau 24 Stunden brauchen. Zuvor war jedoch auf dem Weg nach White Mountain der Little McKinley zu überwinden. Der Abschnitt von Elim nach Golovin ist einer der schönsten des gesamten Rennens.

Man fährt zuerst entlang einer felsigen Steilküste auf dem vereisten Meer und biegt bei Walla Walla wieder auf das Land und erreicht den Anstieg zum Little McKinley. Mit etwas mehr als 300 Metern über dem Meer ist der Little McKinley nicht zu vergleichen mit seinem grossen Bruder, es reicht jedoch für eine rasante Abfahrt wieder zum Meer in Richtung Golovin und weiter nach White Mountain.

In White Mountain muss jeder Musher eine letzte achtstündige Pause einlegen, bevor es über Safety ins Ziel nach Nome geht. Der Weg von White Mountain nach Safety verläuft dabei über eine Reihe von Hügeln, die von den Hunden noch einmal viel abverlangen, bevor es wieder zur Küste geht. Da es entlang der Küste fast windstill war, konnte ich die Fahrt nach Safety genießen.

In Safety waren noch Snacks für die Hunde deponiert und gierig fraßen sie alles, was ich ihnen gab. Das Team hatte während der letzten Tage einen riesigen Appetit entwickelt. Die elf Hunde hatten kein Problem in einem Checkpoint sieben Kilogramm Eagle Power Ultra bei der ersten Fütterung zu vernichten, beim zweiten Füttern noch einige Kilo Charlie Champaigne Red Meat und zum Dessert noch einige Snacks bestehend aus Lachs, Biber oder Lamm.

 

Auf dem Weg von Safety nach Nome musste noch einmal eine hügelige Landschaft überwunden werden, die bis zu 150 Höhenmeter über dem Meer verläuft, bevor es dann entlang der Küste nach Nome ging. Die Strecke verläuft parallel zur Straße und bald kamen mir die ersten Einwohner Nomes mit ihren Autos entgegen, um mein Team zu fotografieren und mich anzufeuern.

Eine Meile vor Nome hörte ich dann die berühmte Sirene, die die Ankunft jedes Mushers ankündigt. Als ich in die Frontstreet einbog, konnte ich leider das Ziel nicht sehen und musste Zuschauer fragen, ob es nach rechts oder links auf der Frontstreet ins Ziel geht. Nachdem ich links abgebogen war, kam ein Polizeiauto und eskortierte mich und mein Team die letzten Meter bis ins Ziel. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl unter diesem Zielbogen durchzufahren. Die ganze Anspannung, die man während des Rennens verspürt, fällt von einem ab und man kann nun die Zeit bis zum Abschlussbankett am Sonntag in vollen Zügen genießen.

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Hinflug

In der Tierstation im Cargo-Bereich der Lufthansa werden die Flugboxen für die Hunde, alles Zubehör und alle benötigten Gerätschaften auf eine Palette montiert. Zum Schluss werden die Hunde in die Boxen gebracht. Dann wird die Palette mit den Hunden und diversem Gepäck, unter anderem auch drei Rennschlitten, zum Flugzeug gefahren und eingeladen. Carola und Georg durften in der Pilotenkanzel mitfliegen, das war ein sehr angenehmer Flug! Für jeden stand ein richtiges Bett zur Verfügung, aus einem Kühlschrank konnte man sich ganz nach Wunsch mit Getränken und kleinen Snacks bedienen! Nach einem 9-stündigen Flug kamen Carola, Georg und die Palette mit den Hunden unversehrt und wohlbehalten in Fairbanks an.

Kurz vor dem Einstieg in die Lufthansa-Maschine in Frankfurt:

. . . und kurz nach dem Landen und dem Ausstieg aus der Lufthansa-Maschine in Fairbanks:


Blick auf das winterliche Flughafengelände in Fairbanks aus der Maschine heraus:

Die Palette wird zum Parkplatz gebracht, wo schon Gila und Dieter Dolif (unsere späteren Gastgeber in Fairbanks nach dem Ende des Rennens) und insbesondere Claudia Sihler mit dem Auto plus Hundeanhänger warteten. Claudia und Frank Sihler hatten uns den Pickup mit einem riesigen Hundeanhänger für die Zeit vor und nach dem Rennen geliehen.

Alle Hunde durften noch einige Zeit außerhalb der Boxen verbringen, um frische Luft zu schnappen und um auch mal zu "pieseln" nach der langen Flugreise. Dann wurden sie wieder in die Boxen gebracht, die Fahrt nach Anchorage konnte beginnen.

 

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Ankunft bei Heidi Jenkins
Der Flug mit der Lufthansa-Cargo-Maschine war nachmittags um 17:25 Uhr in Frankfurt abgeflogen und nach einem 9-stündigen Flug in Fairbanks gelandet. Der Zeitunterschied zwischen Frankfurt und Fairbanks beträgt sage und schreibe 10 Stunden, deshalb ist das Flugzeug noch am selben Tag schon um 16:20 Uhr in Fairbanks gelandet.

Große Teile Alaskas liegen weit westlicher als zum Beispiel Californien, nur so leuchtet ein, dass der Zeitunterschied so groß ist. Ende Februar sind in Fairbanks die Tage schon lang genug, so dass noch ausreichend Zeit blieb, um mit den Hunden und der gesamten Ausrüstung zu unserem "Basislager" in Alaska, das sich etwa zwei Autostunden nördlich von Anchorage in dem Örtchen Willow befindet. Dort sollten wir in einer liebevoll eingerichteten Hütte ("Cabin") von Heidi und Ron Jenkins zunächst für 12 Tage bis zum Start und Restart wohnen.

www.northernlightsadventures.com

Am Rand der winterlichen Straße befanden sich Hinweisschilder zum riesigen Anwesen von
Heidi und Ron Jenkins, ohne die wir unser Ziel, die "Cabin", wohl nicht so ohne weiteres gefunden hätten.

Linkes Bild: das Wohnhaus von Heidi Jenkins.

Und hier unsere "Cabin" (Hütte rechts), wo wir für die nächsten 12 Tage wohnten.

Es ist alles da: vier Schlafplätze, eine kleine Küche mit Gasherd:

Am nächsten Morgen beim Frühstück mit einem schönen Blick in die winterliche Umgebung.

Luxuriös: Plumpsklo in der Wildnis:

Aber dennoch hatten wir es im Vergleich zu den Hunden noch besser:

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Besuch bei Claudia und Frank Sihler
Bei der Vorbereitung des Abenteuers "Iditarod" haben Claudia und Frank Sihler sehr geholfen. Deshalb haben wir die Beiden auch gleich am ersten Tag bbesucht. Und da gab es auch gleich ein herzhaftes Frühstück bei Claudia und Frank Sihler in ihrem urgemütlichen Blockhaus mit rabenschwarzem Kaffee, Eiern, Toast mit Erdnußbutter und Marmelade:

Frank´s Sammlung an "Feuerwaffen" hat durchaus ihre Berechtigung. Frank hatte einen Elch geschossen, den er zum großen Teil als (relativ preiswertes) Futter für die Hunde verwendete. Elche gehören zu den Stars unter Alaskas Wildtieren und zu den beliebtesten Fotoobjekten. Die meisten Besucher sind verblüfft, wie groß die Elche sind. Bei der Kälte war es am einfachsten, die Reste des Tieres im Freien liegen zu lassen, bei Bedarf wurde die erforderliche Menge für die Hunde mit handfesten Werkzeugen abgeteilt. Kein attraktiver Anblick für verweichlichte Mitteleuropäer. Funktioniert aber prima!

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Besuch im Iditarod Headquarter
Am Sonntag, den 29.2., werden alle Hunde im Iditarod Trail Committee Headquarter von einem Renn-Tierarzt durchgecheckt. Von jedem Hund wird ein EKG gemacht und die Blutwerte bestimmt. Dann hat jeder noch einen neuen Mikrochip eingepflanzt bekommen. Das Ergebnis: alle Hunde sind gesundheitlich OK.

. . . Souvenirs gibt es hier natürlich auch.

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Ankunft Bernhard und Martin

Carola und Georg waren in einer Lufthansa Frachtmaschine nach Fairbanks geflogen und von dort dann direkt nach der Ankunft mit dem Pickup plus Hundeanhänger von Frank Siehler nach Willow gefahren. Bernhard Schuchert, unser "Musher", und Martin Heckwolf (aus Münster bei Dieburg) jedoch kamen etwas später mit dem Flugzeug direkt in Anchorage an. Carola und Georg holten sie mit dem Pickup und allen Hunden im Hundeanhänger am Flughafen ab.

Natürlich hatten wir die Hunde zum Flugplatz mitgenommen.

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Leben in der "Cabin"


In der "Cabin" war es nun etwas voller geworden, aber dennoch gab es für jeden ausreichend Platz. Heute sieht die Welt recht freundlich aus: die Sonne blinzelt am Horizont ein wenig durch die Wolken, das Frühstück war wie immer fürstlich.

Der Rennschlitten wird sorgfältig überprüft und für das Rennen vorbereitet.

Probeliegen.

Für die Vögel fällt bei der Hundefütterung auch etwas ab.

Es gab viel zu tun, eine Kamera war aber stets in Reichweite.

Die Hunde müssen auch in den letzten Tagen vor dem Rennen trainiert werden.
In der Umgebung der "Cabin" ist genügend freies Gelände zum Fahren mit dem Schlitten.

Stromleitungen in der Wildnis von Alaska.

Wohnhaus von Heidi Jenkins:
(im Untergeschoß des Hauses konnten wir auch duschen)

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Letzte Tage vor dem Rennen

Über Nacht hatte es leicht geschneit  -  und es war deutlich kälter geworden.

Doch die Arbeit musste getan werden.

Bei einer Trainingsfahrt durfte der Fotograf im Schlitten Platz nehmen und mitfahren.

Warm verpackt im Schlitten wird er von Carola und Bernhard durch die winterliche Landschaft gefahren.

Blick aus dem Schlitten nach vorne auf die Schlittenhunde.

Nach der Fahrt bedankt sich Georg beim "Leader" für die interessante Schlittentour.

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Musher-Bankett

Wir waren heute beim Musherbankett. Dies fand in der Sullivan Arena in Anchorage statt, einer riesigen Sporthalle. Hier wurde vor über 2000 (!!) Gästen die Startreihenfolge bekannt gegeben. Bernhard hat glücklicherweise die niedrige Startnummer 17 bekommen.

Alle teilnehmenden Musher mussten eine kurze Rede halten.
Links der älteste Teilnehmer, rechts Frank Siehler.

Bernhard Schuchert bei seiner Ansprache.

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Start im Zentrum von Anchorage
Heute mußten wir schon um 3:45 Uhr aufstehen und bereits um 5:00 Uhr losfahren, um pünktlich in Downtown Anchorage zum Start zu erscheinen. Der Himmel war strahlend blau - aber noch stand der Vollmond am Himmel und es war zum ersten mal richtig kalt (-15°C).

Downtown Anchorage. Hier wird das Rennen gestartet.

Schon bald mussten alle Vorbereitungen getroffen und die Hunde eingespannt werden. Auch für die Strecke bis zum Restart (nur etwa 12 Meilen) wurden den Hunden "Booties" zur Schonung ihrer Pfoten auf dem verharschten Schnee angezogen.

Rennschlitten mit Sitzplatz!

Linkes Bild: Das Team "Porttikoski" aus Erzhausen.

Die Hunde werden einem letzten Check unterzogen
(Urinproben werden auf verbotene Mittel untersucht).

Rechtzeitig vor den Startvorbereitungen traf Wendy Adler mit ihrem Ehemann ein. Sie hatte die Schlittenfahrt in Bernhards Schlitten bis zum Restart ersteigert und freute sich (siehe Bild) schon sehr auf das bevorstehende Abenteuer.

Mit Hilfe von mehreren "Handlern" wurde das Gespann zum Start in der 4th Avenue gebracht,
wo um 10:34 Uhr der Countdown abgelaufen war und das Team mit aller Kraft lospreschte.

Schon nach nur etwa eineinhalb Stunden traf das Gespann im
Restart ein, begrüßt von vielen Fotografen und Zuschauern.

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Restart bei Willow
Heute war der "Restart", der eigentliche Start, der am Willow-Lake stattfand. Auch diesmal musste früh aufgestanden werden, damit rechtzeitig vor dem Start alle Vorbereitungen erledigt werden konnten.

Ein Teil des "Fahrerlagers":

Anhand einer Checkliste wurde überprüft, ob sich alles im Schlitten befindet.
Und so sah der fertig gepackte Schlitten aus. Ganz schön schwer!

Bei der Kälte waren übrigens auch die Kameras ganz schön gefordert!

Mit Armbinde: das "Handler-Team":

Alle Hunde sind eingespannt. Bald geht es los!

Heidi Jenkins, die Besitzerin unserer "Cabin", wünscht ebenfalls viel Glück (linkes Bild)!

Die Hunde sind jetzt kaum noch zu halten.

Viele Helfer hielten die Hunde in Zaum, die mit aller Macht losrennen wollten.
Dann stand das Team im Startraum, der Countdown lief. Und dann ging es los!!
Wie ein Pfeil von der Sehne fliegt, so schnellten die 16 Hunde los!

Schnell war das Gespann hinter den Zuschauern verschwunden. Bernhard werden wir von nun an während des Rennens nur noch wenige Male zu Gesicht bekommen, in einigen Checkpoints und ganz zum Schluss (hoffentlich) beim Zieleinlauf in Nome. Viel Glück, Bernhard!!

Die Iditarod-Route:


 

Nachdem Bernhard gestartet war, fuhr ich mit Heidi Jenkins auf dem Motorschlitten quer über den zugefrorenen Willow-Lake. An einer Stelle ganz dicht am Iditarod-Trail konnten wir eine ganze Reihe der Musher vorbeifahren sehen:

Hier kommt der älteste Teilnehmer Charlie Boulding.

Informationen zu Charlie Boulding, dem ältesten Teilnehmer, auf der Iditarod-Homepage von 2004:

Charlie Boulding, 62, was born in North Carolina. Before moving to Alaska in 1983, he lived in Montana where he worked on an oilrig. He came to Alaska to run dogs and live a subsistence lifestyle. He says it’s been so long that he doesn’t even remember when or why he became interested in running the Iditarod. He won the Yukon Quest in 1991, ran again in 1992 and won again in 1993. After the 1992 Quest, Charlie ran the Iditarod, calling it “my learning year.” He has run the Iditarod almost every year since and won the Sterling Achievement Award in 1994 and the Most Inspirational Musher Award in 2003 after starting the race following surgery and treatment for colon cancer. A fisherman and a trapper, Charlie is married and lives on the Tanana River near Manley.

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Flug zum Checkpoint Fingerlake
Am 8.3. um 10:45am starteten wir heute vom Willow Airport zu einem Flug zum Checkpoint Finger Lake, wo wir Bernhard mit seinem Team zu treffen hofften. Beim Landeanflug über dem Checkpoint waren etwa 26-28 Teams zu erkennen. Wie wir später sahen, war Bernhard mit seinen Hunden ganz links "eingeparkt".

Weite Teile des Iditarod-Trails folgen dem Yukonriver, der in
Kanada entspringt, dann durch Alaska bis zur Beringsee fließt.
Aus dem niedrig fliegenden Flugzeug kann man sehr gut die vielen
Schlittenspuren erkennen und mit etwas Glück auch ab und zu auch einen Musher.

Hier ist ein Iditarod-Musher zu erkennen:

Blick aus dem Flugzeug auf den Checkpoint Fingerlake. Sehr gut kann man die aufgereihten ruhenden Hundeteams erkennen. Im Vordergrund sieht man einen Verbindungspfad zu dem Start- und Landegelände der Kleinflugzeuge.

Nach der Landung liefen wir den Trampelpfad entlang zum Checkpoint, wo wir Bernhard zu treffen hofften.

Die Hunde lagen auf Stroh und schliefen ruhig, von ihren Dog Blankets warmgehalten, in der strahlenden Sonne.

In einem kleinen Zelt, das Sponsoren aufgestellt hatten, gab es Hotdogs. Hunger hatten wir ja immer.
Da war die Gelegenheit günstig. Meine Erinnerung versagt schamhaft bezüglich der Anzahl der Hotdogs, die ich verspeiste...

Bernhards Hunde ruhen sich aus.

Ein anderer Musher hat sich mit seinen Hunden in die Sonne gelegt.

Schon bald mussten wieder die Vorbereitungen für die Weiterfahrt getroffen
werden. Und dann geht es schon wieder los Richtung Rainy Pass, dem nächsten Checkpoint.

Bernhard mit seinen Hunden bei der Ausfahrt aus dem Checkpoint Fingerlake.

Über diesen kleinen Anstieg hinweg, und Bernhard war mit seinem Team unseren Blicken entschwunden.
Wir werden Bernhard und seine Hunde erst wieder in Mc Grath treffen.

Wir gehen zu unserem Flugzeug und fliegen wieder zurück nach Willow.

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Checkpoint Mc Grath
Heute, am 9.3.2004, starteten wir um 8:15 Uhr von Anchorage nach McGrath. Um diesen frühen Flug zu erreichen, mussten wir schon um 3:00 Uhr morgens aufstehen, und nach einem schnellen Frühstück fuhren wir dann nach Anchorage zum Flughafen. Nach einem angenehmen Flug landeten wir in dem 300-Seelen-Ort McGrath.

Peter Schneiderheinze, ein waschechter Berliner, holte uns in seinem erstaunlicherweise noch fahrbereiten Subaru ab (es gibt doch noch Wunder). Dass man zum Beispiel während der Fahrt die Türen mit einem Gummiseil zuhalten muss, damit sie nicht aufgehen und es recht kalt wird, gehört einfach dazu (in den Kurven ist das übrigens nicht ganz einfach). In Peters Haus erwartete uns eine sehr illustre Gesellschaft. Eine Gruppe von Ultra-Extrem-Sportlern bevölkerte die Wohnung, Sie sind zum Teil zu Fuß, zum Teil mit dem Mountainbike (!!), und zum Teil mit Skiern von Anchorage nach McGrath gekommen, und jeder von ihnen in Rekordzeit. Hier machen sie Zwischenstation, pflegen ihre Blasen an den Füßen, ruhen sich aus, essen sich ein paar Pfunde an, und besprechen ihre alten und die neu geplanten Abenteuer. Peter hat uns gleich ein deftiges Mittagessen serviert. Erst eine Doppelportion Omelette mit sehr herzhafter Füllung (da wird jeder Bärenfänger in Alaskas Wäldern spielend satt) und danach noch ein Pfannkuchen mit Apfelkompott und Honig, auch dies von der Sorte "4-Wochen-Nix-zu-Essen-gekriegt".

Das ist Peters Haus:

Mit diesem "Wunder-Auto" hat uns Peter Schneiderheinze vom Flugplatz abgeholt.
Ich hatte auf dem Beifahrersitz gesessen und mit der Gummi-Kordel
(im Bild am Türgriff der Beifahrertür zu erkennen) die Tür zugehalten.

Als wir am Flugplatz angekommen waren, hatte das Thermometer dort exakt -40°C angezeigt. Das ist verdammt kalt! Etwas später zeigte das Thermometer an Peters Haus "nur" noch -30°C  -  es war spürbar "wärmer" geworden.

Nach diesem gewaltigen Mahle mussten wir raus an die Luft und versuchen, wenigstens ein paar der vielen Kalorien zu verarbeiten. In der örtlichen Bücherei hatten wir Erfolg mit unserer Suche nach einem Internetzugang. Eine Mitarbeiterin der Bücherei stellte uns ihre Telefonleitung zur Verfügung, mit unserem Notebook klappte die Verbindung zum Internet auf Anhieb. Den Homepage-Update können wir abends ab 19:00 Uhr durchführen. Wir spazierten auch zum Checkpoint, wo die Packsäcke für die Musher, alphabetisch sortiert, auf die Iditarod-Musher warteten. Noch war keiner der Rennteilnehmer eingetroffen, die ersten werden erst im Laufe des Nachmittags erwartet.

Dieses Auto (linkes Bild) wird wohl nie mehr fahren. Der Winter hat es fest im Griff.
Carola liest die neuesten Informationen auf einem Laptop im Checkpoint Mc Grath.

Mit diesen "Fahrrädern" sind zwei ganz verrückte Kerle von Anchorage die Iditarod-Trasse entlang bis nach McGrath "gefahren". Und sie wollen damit auch noch weiter bis nach Nome fahren!!

Eine bunte Gesellschaft.

Im linken Bild, ganz am linken Bildrand, steht der Reiseschriftsteller Dieter Kreutzkamp. In seinem Buch "Das Blockhaus am Denali" beschreibt er das Leben in Alaska. Ein Kapitel ist dem Iditarod-Renenn gewidmet. Darin beschreibt er auch seinen Aufenthalt im Haus von Peter Schneiderheinze. Ausführlich interviewt er auch Bernhard Schuchert, als dieser im Checkpoint eintrifft und bei Peter Schneiderheinze wieder "aufgefüttert" wird.

Beim Checkpoint Mc Grath gibt es auch eine warme Stube (Temperaturen deutlich über 0°C), wo sich Musher einmal aufwärmen und eventuell auch ausschlafen können. Hier können auch feuchte Kleidungsstücke getrocknet werden. In dieser Stube gibt es einen Internetanschluss, aber leider nicht zur allgemeinen Nutzung. In dieser warmen Stube trafen wir Frank Sihler, der sich während seines kurzen Aufenthaltes hier auch etwas erholte. Wie man sehen kann, sind das keine Sterne-Hotels.

Der älteste Teilnehmer (62 Jahre), Charlie Boulding, im Checkpoint Mc Grath
(er kam übrigens als Sechster ins Ziel in Nome!).

Musher beim Verlassen des Checkpoints.

Warten auf Bernhard.

Da kommen die ersten Hunde von Bernhard den leichten Anstieg vom Fluß hoch:

Und da ist er endlich!

Bernhard versorgt zuerst die Hunde.

Gespräch unter Fachleuten
(in der Mitte Frank Sihler, ein in Alaska lebender Deutscher, der ebenfalls am Iditarod teilnahm. Er erreichte den 39. Platz)

Sehr aufwändige Untersuchung der Hunde durch den Tierarzt:

Peter Schneiderheinze "päppelt" Bernhard mit einer ordentlichen Portion Eierpfannkuchen auf.
Dass es Bernhard schmeckt, kann man leicht erkennen.

Wir bekommen auch noch etwas ab.

Mit diesem Motorschlitten von Peter kann Bernhard zum Checkpoint fahren, um nach den Hunden zu sehen.

Heißwasserbereiter in Alaska.

Auch dieser Jeep hat schon bessere Zeiten gesehen.

Heute rief Michael Litzen ("Litzen Guide Service") an, der Pilot, mit dem wir nach Unalakleet (dem nächsten Checkpoint, wo wir Bernhard treffen können) fliegen wollen. Bedingt durch die Wetterverhältnisse in Galena, wo er stationiert ist, verschiebt sich unser Flug um einen Tag (vorläufig). Sollte er auch morgen nicht nach McGrath kommen können um uns abzuholen, wird uns einer seiner Freunde hier von McGrath fliegen. Jedenfalls können wir uns einen Tag länger von Peter verwöhnen lassen. Nachdem wir nur zwei Tage hier sind, fühlen wir uns sehr, sehr wohl bei Peter und seiner Frau Tracy und freuen uns über die Verschiebung des Fluges.

Heute sind die Tagestemperaturen nur knapp unter 0°C, angenehm für Zuschauer und Musher, aber zu warm für die Hunde. Deshalb wurde erst am späten Nachmittag mit den Vorbereitungen für die Weiterfahrt nach der 24-Stunden-Pflichtpause begonnen. Zunächst werden die Pfoten der Hunde mit der guten Pfotensalbe aus der Heegbach-Apotheke in Erzhausen eingeschmiert.

Schließlich sind alle Hunde eingespannt. Um etwa 17:45 Uhr ging es dann los
Richtung Takotna, dem nächsten Checkpoint. Bernhard und seine Hunde
machten einen ausgezeichneten Eindruck beim Start aus dem Checkpoint.

Wir kehrten wieder zu Peter zurück und ließen uns noch einen Tag hier verwöhnen.

Nachdem die meisten Gäste wieder weitergereist waren, hatte Peter und Tracy, seine Gattin, wieder ihre gemütliche Ecke für sich.

Peter und Tracy in jungen Jahren während eines Radrennens in Berlin.

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Checkpoint Unalakleet
 

Nach dem Start von McGrath mit Michael Litzen überflogen wir schon bald den Checkpoint Takotna.
 

Und nachdem wir ein Schlechtwettergebiet überflogen hatten, kam auch schon der Flugplatz von Unalakleet in Sicht:

In Unalakleet sollten wir eigentlich in der Turnhalle der hiesigen Schule übernachten. Doch dann erschien plötzlich während der Gespräche mit verschiedenen Lehrern der Schule Bill Bradshaw. Er erzählte uns, dass seine Frau Pia aus Heidelberg stammt, und fragte ob wir nicht Lust hätten, bei ihnen zu wohnen. Kurz entschlossen sagten wir ja. Per Snowmobile und 4Wheeler brachten wir Gepäck und das Porttikoski-Support-Team in Bills und Pias Haus. Am Abend waren wir gemeinsam mit Bill und Pia bei einem Lehrer der hiesigen Schule  zum Abendessen eingeladen, dem eine sehr lebhafte Diskussion über Gott und die Welt folgte. Als absoluten Höhepunkt des Abends griff Pam (Sprachtherapeutin an der Schule in Unalakleet) zur Gitarre, sang folkloristische Lieder - und jodelte plötzlich zur großen Freude aller Anwesenden. Wer hätte erwartet, dass man mitten in Alaska jodelt? Und auch noch so gut?

Am nächsten Morgen erwachten wir erst recht spät, aber ein Blick aus dem Fenster elektrisierte uns: strahlend blauer Himmel und eine Sonne, die ganz Alaska aufzutauen schien. Noch war es wenige Grade unter null - aber schon bald tropfte es überall von den Dächern. Dennoch: so haben wir uns Alaska vorgestellt! Nach einer kräftigen Tasse schwarzen Kaffe bei Pia und Bill wanderten wir zur Schule des Ortes.

Treibholz:

In der Schule gab es für 10$ ein Pancake-Breakfast - für Georg schon für 5$, weil er "over 60" ist. Der Erlös des Frühstücksverkaufs wird für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. Die Schulmädchen (die "Cheerleader" der Schule), die die Gäste mit köstlichen Dingen (Sausage, Egg, Pancakes usw.) versorgten, freuten sich, als sie hinter ihrer Theke fotografiert wurden.

Im Checkpoint-Office war noch nichts los - die Top-Musher des Iditarods werden erst noch erwartet.
Aber hier konnte Carola sich in Ruhe die aktuellen Informationen im Internet ansehen. Auch der Platz
auf einem Seitenarm des Unalakleet-Rivers war noch verwaist. Erst wenn die ersten Musher eintreffen
werden, wird es hier sehr lebhaft zugehen. Das Bild zeigt den Blick in die Richtung, aus der die Musher
demnächst eintreffen werden.

Die kleine Kirche von Unalakleet:

Linkes Bild:
So kampierten wir im Wohnzimmer von Bill und Pia Bradshaw:
Hier gab es WC und Dusche!

Rechtes Bild:
Wir warten auf die beste Pizza Alaskas.

Abends gab es in einer Hütte, die die Einwohner "Peace on Earth" nennen,
die "beste Pizza Alaskas". Pia und Bill Bradshaw waren auch mit dabei.

 

Der Pizzabäcker zeigt seine
Kunststücke mit dem Pizzateig.
Im Checkpoint gab es einen Internetanschluß,
hier konnte ich meinen Laptop anschließen
und die Homepage updaten.

Heute werden die ersten Musher hier im Checkpoint Unalakleet erwartet. Schon früh morgens standen hunderte erwartungsvoll am "Unalakleet-River" und schauten in die Richtung, aus der die Musher kommen sollten. Und dann kam der erste Musher: wie von vielen erwartet, war es Kjetil Backen (Norwegen).

Auch die Ureinwohner waren mit Schneemobil und "4-Wheeler" gekommen und verfolgten gespannt das Geschehen.

Ankunft von Kjetil Backen in Unalakleet.

Kjetil Backen war sofort von Kameras und Mikrofonen umringt.

Links im Bild Bill Bradshaw.

Pia und Bill servierten uns ein tolles Abendessen:
Selbst gefangenen Lachs aus der Tiefkühltruhe!
Nach zwei Wochen Alaska waren wir ziemlich ausgehungert,
und so schmeckte das Essen paradiesisch!
(Nicht zu vergessen: einen wunderbaren Rotwein gab es auch noch dazu!!)

Über Nacht war es wieder kalt geworden. Pia blieb da lieber im Haus.

Klar, wir wollten raus! Unalakleet bedeutet übersetzt "Wo der Wind von Osten kommt".
Unalakleet liegt direkt an der Beringsee, der Wind kommt aber (fast) immer vom Land her.

Carola und Martin trotzen der Kälte.

Frank Sihler war im Checkpoint Unalakleet angekommen. Erst wurden
natürlich die Hunde versorgt und Informationen ausgetauscht.

Doch dann ließ er sich vom "Peace on Earth" eine Familienpizza bringen, die er problemlos verputzte.
 

Selbst um etwa 22:30Uhr gestern Abend gab es keinerlei Informationen, wo Bernhard sich befindet, außer dass er am Samstagabend um 22:30 Uhr in Galena eingetroffen war. Wir machten uns schon große Sorgen. Heute morgen gab es dann endlich die erlösende Nachricht:  Bernhard ist am Sonntagabend um 22:30Uhr in Nulato eingetroffen und um etwa 4:50 Uhr heute morgen nach 6 Stunden Rast in Richtung Kaltag aufgebrochen!! Bei der ersten Tasse Kaffee heute morgen war die Stimmung deshalb wieder gelöst. Jetzt können wir hoffen, Bernhard morgen (am Dienstag, 16.3.) hier in Unalakleet (noch vor unserem Flug nach Nome) zu treffen!

Heute (16.3.2004) erwarteten wir Bernhard so gegen 8:30Uhr, da er einschließlich einer Rast bei "Old Women`s Cabin" etwa 15 Stunden brauchen sollte. Aber bereits um 3:29Uhr war er in Unalakleet eingetroffen - sehr zu unserer Überraschung! Wie sich herausstellte, hatte er beim "Old Women`s Cabin" die Hunde nur "gesnackt" (es waren zu viele Gespanne da, die pausierten und für zu viel Trubel und Unruhe sorgten). So konnten wir ihn mit großer Freude empfangen und ihn gleich mit einer Tasse heißer Schokolade und einer Riesen-Pizza aus "Peace on Earth" verwöhnen. Aber dann rief gleich wieder die Pflicht: die Hunde sollten ihre zweite Mahlzeit im Checkpoint bekommen!

Pia Bradshaw filmt den Musher Bernhard aus Deutschland:

Bill´s Souvenirsammlung:

Georg schläft im Sessel, Carola sieht Bernhard beim Essen zu  -  ein bisschen Hunger scheint sie auch zu haben:

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Das Ziel Nome
Bernhard war mit seinen Hunden nach dem nächsten Checkpoint Wasilla aufgebrochen.
Pia und Bill brachten uns mit unserem Gepäck mit ihren beiden Motoschlitten zum Flugplatz.
Dort verabschiedeten wir uns von zwei liebgewonnenen Freunden und begaben uns zum
Flugzeug, das uns nach Nome bringen sollte.

Blick auf Nome.

Im Checkpoint Nome:

Abendessen bei "Fat Fredie`s":

In der Nacht kommen Musher ins Ziel:

Im Checkpoint werden die Musher nach der Ankunft interviewt:

Die Wolke ist kein Nebel, sondern der gefrorene Atem des Fotografen.

Das berühmte "Hotel" "Nugget Inn":

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Flug zum Checkpoint Koyuk


Von Nome aus flogen wir am 17.3.2004 zum Checkpoint Koyuk. Dort sollte Bernhard von Shaktoolik kommend, nach einer Fahrt über den Norton Sound (Bering See) um die Mittagszeit ankommen. Nach einem wiederum sehr interessanten Flug mit diversen Haushaltsgeräten im Passagierraum erreichten wir Koyuk gerade noch rechtzeitig, denn schon weniger als eine halbe Stunde später traf  Bernhard mit seinen Hunden ein. Im Checkpoint gab es nichts zu essen, und so fragten wir, ob es im (sehr kleinen) Ort irgendwo etwas zu kaufen gäbe. Nein, da gibt es nichts zu kaufen. Aber eine Frau, die unsere Fragen gehört hatte, sagte uns, sie wolle etwas besorgen. Und kurze Zeit später kam sie zurück  -  mit einem Teller mit Klößen und einer ordentlichen Portion Fleisch. Bernhard hatte das schnell "weggeputzt" und bedankte sich danach überschwänglich bei seiner unbekannten Sponsorin. Wir aber mussten uns schon bald wieder verabschieden, denn unser Flieger sollte rechtzeitig starten, damit er noch im Hellen wieder in Nome ankam.
 

Rechtes Bild: im Anflug auf Koyuk. Die weiße Fläche in der rechten Bildhälfte ist der zugefrorene Norton Sound.

Nach der Landung: Blick über die weite Fläche des Norton Sounds, noch war Bernhard aber noch nicht zu sehen.

Im rechten Bild ist Bernhard noch ganz klein zu erkennen:

Nach einer Fahrt über den zugefrorenen Norton Sound kam Bernhard in Koyuk an:

Die Hunde werden sorgfältig von Tierärzten untersucht:

Links: Abflug in Koyuk   Rechts: Anflug über den kleinen Flughafen von Nome.

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Bernhard erreicht das Ziel in Nome
Nach dem Flug nach Koyuk und dem Treffen mit Bernhard mussten wir noch zwei Tage in Nome warten, bis Bernhard ins Ziel kam. Vorher noch, 18.3., erlebten wir die Zieleinfahrt von Farnk Siehler, der am 18.3. um 17:39 Uhr als 39. ins Ziel kam.

Frank Siehler (Start-Nr. 15) im Ziel:

Aber dann war es endlich, endlich so weit:
am 19.3. um 12:04 Uhr erreichte Bernhard mit seinen Hunden als 50. das Ziel in Nome.

Am Abend des 19. März 2004 saßen wir dann zusammen bei "Fat Freddìe`s" und stiessen auf das erfolgreiche Erreichen des Ziels in Nome an, v.l.n.r.:
Carola Schuchert, Bernhard Schuchert, Martin Heckwolf, Frank Siehler, Claudia Sihler.

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Eine "Runde Golf" auf der Beringsee

Was kann man im Februar/März in Nome sonst noch so machen?

Verrückte findet man überall. In Nome gibt es einen Golfclub, dessen Mitglieder im Winter auf der zugefrorenen Beringsee ein Golfturnier spielten. Das war das Bering Sea Ice Golf Classic-Turnier! Klar, das sieht ein bisschen anders aus als auf den "normalen" Golfplätzen. Aber es hat einen Riesenspaß gemacht, und klar: da musste ich natürlich mitmachen! Wichtig war eigentlich nur, dass man warm angezogen war und die Handschuhe nicht zu dick waren, damit man den Schläger gut festhalten konnte.
 

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Das Abschluss-Bankett
 
Die letzten Tage in Nome waren ausgefüllt mit "Sightseeing" und dem Abschlussbankett.

Was kann man jetzt noch erzählen? Gestern war allgemeine Erholung angesagt. Ein bißchen ist die ganz große (An-)Spannung raus. Heute ist das abschließende Musher-Bankett im "Nome Recreation Center". Klar sind wir dabei, auch wenn man beim warmen Büffet bei all den unglaublich hungrigen Mushern ganz, ganz, ganz schlechte Karten hat. Da hilft nur eins: sich auf das Rippchen mit Sauerkraut, den Handkäs mit Mussik, die Pizza bei Toni und das Schnitzel beim "Haasse-Peter" freuen!

Zunächst aber machten wir vormittags noch einen Besuch bei Nils Hahn und seinem Zwinger, dem in Nome lebenden deutschen Musher aus Eislingen. Nachmittags um 16:30 Uhr begann dann das Abschlussbankett im "Nome Recreation Center". Der Saal war schnell gefüllt, die Pokale standen bereit.

Es gab etwas zu essen (siehe Vorbehalt oben), jede Menge Reden wurden geschwungen, auch alle Musher mussten wieder aufs Rednerpult, und natürlich wurden die Sieger geehrt und die Preise vergeben. Aber dann mussten wir wieder zurück nach Willow in unsere "Cabin" (per Flugzeug nach Anchorage und von da mit dem Auto nach Willow).

Zunächst wurden eine ganze Reihe von Sonderauszeichnungen (Awards) überreicht (der erste Musher am Yukon River, das "Golden Harness" für den besten Leader, das "Goldene Stetoskop" für die beste Tierärztin, der "Leonhard Seppala Hunanitarian Award", der erste Musher in McGrath, "Dorothy G. Page Halfeway Award", der erste Musher an der Beringsee in Unalakleet, "Fred Meyer Sportsmanship Award" usw.) und einige besondere Dinge versteigert. Gegen 17:00 Uhr wurde dann das Büffet eröffnet, bevor dann die Vorstellung der Musher  begann. Zu diesem Zeitpunkt waren übrigens drei noch nicht im Ziel angekommen.

 .

Der Sieger: Mitch Seavey. Er erhielt unter anderem eine Siegprämie von 69.000$:

Die weiteren Sieger:
2. Platz: Jeff King, er erhielt 63,000 $, und
 3. Platz Kjetil Backen, Siegprämie 57,000 $

Bernhard Schuchert bei seiner Rede beim Abschlussbankett:

Und hier Frank Siehler:

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Fahrt nach Fairbanks
Nach der Rückkehr von Nome fuhren Bernhard und Georg am 24.3. (Mittwoch) zunächst noch zum Flughafen von Anchorage und holten dort den Ersatzschlitten von Bernhard ab, der per Cargo (Northern Air Cargo, NAC) von McGrath angekommen war. Peter Schneiderheinze hatte ihn dort aufgegeben.  Dann fuhren die beiden noch nach Wasilla zur Post und holten dort weitere Utensilien ab, die per Post angekommen waren. Dann ging es noch zu Frank und Claudia Sihler, wo noch verschiedenes zu klären war, bevor man wieder in Willow bei unserer "Cabin" ankam.
 

Nun wurde das Auto, ein Pickup von Frank Sihler, mit allem Gepäck und all den anderen Utensilien beladen. In den Anhänger kamen alle Hunde (17!). Nach tränenreichem Abschied von Heidi und ihrem Handler Frank ging es dann los Richtung Fairbanks

Alle Hunde und das gesamte Material musste wieder mit einem Frachtflugzeug der Lufthansa zurück nach Frankfurt geflogen werden. Deshalb fuhren wir nach zwei Ruhetagen in der Cabin wieder per Auto nach Fairbanks. Dort wollten wir dann bis zum Abflug bei Familie Dolif wohnen.

Fahrt über die perfekt ausgebaute Straße AK-3 N  -  ein großartiges Erlebnis (ist man erst mal auf dieser Straße, kann man nicht mehr viel falsch machen, irgendwann kommt man in Fairbanks an). Wegen des schönen, sonnigen Wetters hatten wir über weite Teile der Route einen wunderbaren Blick auf die Berge des "Denali National Park and Preserve". Der höchste Berg dort ist der Denali (von 1917 bis 2015 offiziell Mount McKinley). Mit 6190 Metern Höhe ist es der höchste Berg Nordamerikas, er gehört damit zu den so genannten Seven Summits, den höchsten Bergen der sieben Kontinente.

Das ist der Denali:

Den letzten Teil unserer langen Reise wohnen wir bei Gila und Dieter Dolif in der Nähe von Fairbanks. Hier wurden wir sehr herzlich aufgenommen und alle unsere Rippen wieder sorgfältig unter einem Speckmantel versteckt. Gila und Dieter haben einen Schlittenhundezwinger mit etwa 35 Hunden. Ihr sehr großes Anwesen liegt in idealer Nähe zu sehr weitläufigen Trails, auf denen man bis nach Whitehorse fahren kann (so man denn will, das wären dann nämlich rund 1000 Meilen):

.

Das Abendessen war schon vorbereitet, das Porttikoskiteam hatte einen Bärenhunger.


Während des Aufenthaltes bei Familie Dolif ging es auch in die "Stadt" (Fairbanks) zum Einkaufen. Zuerst mussten die Anhängsel Geduld üben, als Bernhard im "Cold Spot Feed" aussuchte und einkaufte. Aber dann ging es (nach einem "All-you-can-eat-Dinner" beim Chinesen) zum "Apocalypse"-Laden und noch in ein anderes Sportgeschäft. Dort musste dann Bernhard versuchen, seine Ungeduld zu zähmen. Mit reicher Beute (Souvenirs) kehrten wir heim . . .

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Iditarod-Legende Rick Swenson
Dies war unser (d.h. Carolas und Georgs) letzter Tag in Alaska.  Heute machten wir einen langen Besuch bei der Iditarod-Legende Rick Swenson (mehrfacher Sieger beim Iditarod und schon seit einem Vierteljahrhundert dabei).  Dies ist das Wohnhaus von Rick Swenson:

Rick hat einen sehr großen "Kennel" mit etwa 100 Hunden, die noch ganz kleinen nicht mitgezählt. Dies ist ein nur ein Teil der Anlage:

Im Innern seines sehr gemütlichen Wohnhauses sieht man überall Pokale:

Das ist "Two-Bit", wohl demnächst wohl Mitglied im Porttikoski-Team:

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ckflug

Bernhard und Martin waren noch gestern Mittag mit einem Teil unserer Ausrüstung zum Flughafen gefahren und hatten dort alles abgeliefert. Heute heißt es endgültig Abschied nehmen von Alaska, den vielen Schlittenhunden von Alaska und den freundlichen Menschen in Alaska. Am frühen Morgen des 27.3.2004 fuhren wir mit dem Wagen der Familie Dolif zum Flughafen von Fairbanks. Dort wurde die gesamte Ausrüstung auf eine Palette aufgebaut:

Familie Dolif half tatkräftig mit beim Verladen auf der Palette:

Die Palette wurde dann zum Flugzeug gebracht und in den Laderaum transportiert:

Dann ging es auch schon an den Start und in die Lüfte. Bei den beiden Piloten in der Kanzel hatten wir eine wunderbare Aussicht.

Wir flogen von Fairbanks aus geradewegs nach Norden, unter uns zunächst viele große Flüsse.

Doch schon bald überflogen wir hoch im Norden von Alaska die "Brooks-Range" mit vielen schroffen Bergen.

Wir überflogen auf dem Weg nach Norden auch das "Prudhoe Bay Oil Field":
(Wikipedia)

Prudhoe Bay Oil Field is a large oil field on Alaska's North Slope. It is the largest oil field in both the United States  and  in  North America,  covering 213,543 acres  (86,418 ha)  and  originally  containing

approximately 25 billion barrels (4.0×109 m3) of oil. The amount of recoverable oil in the field is more than double that of the next largest field in the United States, the East Texas oil field. The field is operated by BP; partners are ExxonMobil and ConocoPhillips Alaska.

The field is located 400 miles (640 km) north of Fairbanks and 650 miles (1,050 km) north of Anchorage, 250 miles (400 km) north of the Arctic Circle, and 1,200 miles (1,900 km) south of the North Pole. It is on the North Slope and lies between the National Petroleum Reserve–Alaska to the west and the Arctic National Wildlife Refuge to the east:
 

Tief unter uns sah man das Prudhoe Bay Oil Field. Das Bild zeigt sehr gut
die unglaubliche Einsamkeit in der Eiswüste am nördlichsten Rand von Alaska:

Nach einer starken Kontrast-Anhebung erkennt man in der
gleichen Aufnahme mehr Einzelheiten, z.B. die Start- und Landebahn.
Man sieht auch, dass die Anlagen sehr nahe zum Polarmeer liegen:
 

Nach einer sehr angenehmen Nacht kamen wir wieder in Deutschland an, wo
die Blutjohannisbeere, die Forsythien, die Tulpen und die Osterglocken blühten.
 Was für ein Kontrast!

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Einige interessante Adressen:
 


 

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